M a t e r i a l m i m e n

im Foyer der Vagantenbühne

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Bernhard Nürnbergers
Materialmimen

von Malte Wienebüttel


Die Materialmimen gehören zur Familie der SKARAORGE*, sie sind deren flache Variante. Skaraorge sind überall. Wie die meisten Skaraorge pflanzen sich auch die Materialmimen sexuell fort, aber auch Parthenogenese kommt vor. Für das Zusammenfinden mit einem Partner, vorzugsweise einem Menschen, spielen meist optische Reize aber auch Duftstoffe (Pheromone) die ent-scheidende Rolle. Man vermutet, dass diese dem Anlocken des Sexualpartners, in den meisten Fällen aber der Abwehr von Feinden dienen. Vor der Paarung findet eine Art Balz statt. Der Tanz von Material und Mensch. Während der Vereinigung bringen sich die Komponenten in die Anordnung, die sie „skaraorgisch“ begehren, Dabei wird der Mensch so gesteuert, dass er der Illusion erliegt der Kreative zu sein. Gelingt der Akt, machen die Komponenten eine vollkommene Verwandlung (Metamorphose) durch. Das entropische Sein des Skaraorgen bzw. Materialmimen wird zum Imago.
Materialmimen sind Schauspieler und stellen Schauspieler dar. Sie remateri-alisieren mit ihren Möglichkeiten einen vergangenen, flüchtigen Moment aus dem Theater, meist einen Handlungshöhepunkt. Die Zuordnung der bisher bekannten Imagines zu bestimmten Schauspielern ist naturgemäß kompliziert. Die Forschung ist noch in den Anfängen. Lediglich die Zuordnung der so genannten Sharakugruppe ist gesichert.**
Die in dieser Ausstellung gezeigten Materialmimen sind nur partiell ausgebildet. Dies ist zusammen mit ihrer flachen Beschaffenheit eine Konzession an die mitunter drangvolle aber gewünschte Enge im Foyer der Vagantenbühne.

Lüneburg, August 2009

* s. Wikipedia

** s. Sharaku

 

nicht in der Ausstellung:

 

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* http://www.bernhard-nürnberger.de/kapiteleinleitung3.htm

*** Verkaufspreise nach Auskunft: bernue@galerie-imaginaire.de