Text aus:

Bernhard Nürnberger, die konspiration der dinge , 2013, Verlag der Universität der Künste

Kapitel: widmung

 

lEs ist offensichtlich: Lorna in Liebe gewidmet ist dieses Buch. Und mit ihr den vielen Sachen, dem ganzen Zeug und Zeugs, den namenlosen Dingen und Teilen und Stücken, die unaufhörlich und ungenau auf B* zu fliegen, ihm zufliegen, erratisch in ihn rein, kryptisch durch ihn durch, die ihn durchdenken und zu dem machen, der glaubt sie zu finden und ein- und versammelt, zu dem, was sie wollen, ihn als sogenannten freien Künstler benutzen, die ihr terroristisches Komplott und ihre
tolle Tyrannei, ihre Rebellion gegen ihn, ihren vermeintlichen Urheber so weit treiben, dass sie das bisschen Vernunft vernichten, über das er verfügt, aus ihm nach und nach eine notwendi unlogisch und unpräzise arbeitende Fundstücksversammlungsmaschine machen, eine Fundstücksinstallations- und -inszenierungsmaschinerie, eine so genannte Bernhardsche Kunstmaschine, die am Ende mit ihm als Mensch, Maler, Zeichenlehrer nichts mehr gemein hat. Er gibt sich ihnen hin, die ihn in eine
Sackgasse treiben; sie treiben es mit ihm, er es mit ihnen in der Kunstsackgasse, der Fundstückskunstsackgasse, dass sie also aus ihm einen Fundstückssackgassenkünstler machen. Alles seit je. Nie was anderes. Sie gehen rücksichtsloszu Werke in ihm, sie verdingen ihn, denke ich, sie dingen in ihm und mir ihre Dingheit, gedungen haben sie uns, gefesselt
in ihre intriganten, intransigenten Netzwerke, machen uns ein und klein, um als große, geschlossene und dauerhafte Werke zu erscheinen, und uns irgendwo am Wegrand hinter sich zurück zu lassen, im Wahn ihnen ge- und verwachsen zu sein. Mit Lorna und ihnen allen singen wir ein Lied:

käm alles wetter gleich auf uns zu schlahn / wir sind gesinnt versammelt zu stahn / krankheit, verfolgung, betrübnisz und pein soll unsrer liebe verknotigung sein

.
Malte Wienebütt

 

Bilder folgen