Installation "Leichen im Keller"

Ein Gespenst tanzt den Mai

 

anlässlich des Kunstpfades Uckermark 1. Mai 2010

Installation "Leichen im Keller"

Ein Gespenst tanzt den Mai

von Malte Wienebüttel

„Die Idee zu meiner Installation verdanke ich Amtsdirektor Detlef Neumann“, sagt der in Wollschow seit gut zehn Jahren ansässige Berliner Künstler Bernhard Nürnberger schmunzelnd. In einem amtlichen Protokoll habe er zu seinem Erstaunen die Feststellung des Amtsdirektor gelesen, der Müllskandal Altdeponie Brüssow existiere allein in seiner – Nürnbergers - Phantasie (und der des Stadtverordneten Siegfried Bahnweg). Auf der Brüssower Deponie waren in den 90er Jahren illegal Klärschlämme verkippt worden; noch ist ungeklärt, ob die Deponie regulär geschlossen wurde oder nicht. Kosten von 50 000 € für die Schließung fallen - als Nachsorgekosten bezeichnet - jetzt im Jahre 2010 für die Gemeinde an. Die Verantwortlichkeit ist der Öffentlichkeit nicht erläutert worden.

Es ist ein Zeichen

„Es kann kein Zufall sein“, sagt Nürnberger begeistert, „dass ich beim Erdaushub für ein Bassin innerhalb der Fundamente der ehemaligen Scheune auf unserem Grundstück eine grausige Entdeckung machte. Es ist ein Zeichen.“ Zwei Leichen im Keller und zahlreiche rätselhafte Dinge, darunter Gebinde mit dubiosem Inhalt, weg-geworfenes Zeugs kamen zum Vorschein, „was eben so auf Deponien landet.“ Die Begeisterung steigerte sich, als der Hobbyarchäologe erleben durfte, dass eine der Leichen auferstand. Nicht „im Fleische“, aber immerhin als Hülle, in grotesker Gebärde über den sortierten Fundstücken schwebend. Alteingesessene Wollschowiter meinen in ihr Kläre Schlamm zu erkennen, die aus Camp-Lindforth (NRW) stammende Nachwendeverlobte des Stadtverordneten Torsten Wolff. Sie sorgen sich nun, dass diese, nun wieder auferstanden, die Bevölkerung gesundheitlich gefährden könnte. „Keine Bange“, so Nürnberger, „das ist ja bloß meine Phantasie!“ Kläre S. sei nach den 14 Jahren ihrer Wanderschaft im Untergrund völlig ausgelaugt. Ihre möglichen Schadstoffwerte würden mit Sicherheit unterhalb der Messgrenzen liegen bzw. die Geringfügigkeits-schwellwerte nicht überschreiten.

Der Künstler hat bereits einen potenziellen Sammler für die Installation im Auge. Den Chef des Windenergieunternehmens ENERTRAG aus Dauertal. Mit einem Ankauf der Installation zum Preis von 50 000 €, die der Künstler an die Gemeinde Brüssow weiterreichen will, wäre allen Seiten gedient. Das Geld, das so in die Gemeindekasse gespült wird, kompensiert die Ausgaben für die Schließung der Deponie im Jahr 2010. Die ENERTRAG kompensiert damit die vertraglich vereinbarten aber ausbleibenden Gewerbesteuern aus dem Windfeld Wolffsmoor. Der Künstler und der Stadtverordnente Bahnweg kompensieren damit ihre Schuld, denn wer die Phantasie hat, muss auch dafür zahlen."*)

Quelle: randowkurier das virtuelle Blatt: Neues aus der Anstalt Brüssow, Internet Ausgabe 1. Mai 2010 http://www.randowkurier.de/

*) keine Phantasie sondern traurige Wirklichkeit ist, dass einige Stadtverordnete von Brüssow glauben oder glauben wollen oder glauben sollen, dass S. Bahnweg den finanziellen Schaden zu Lasten der Gemeindekasse verursacht hat, weil er den Müllskandal aufgedeckt hat. Die Straftaten aus den 90er Jahren sind verjährt. Nicht aber der Anspruch der Gemeinde auf Schadenersatz. Die Stadtver-ordnetenversammlung unternimmt bisher nichts, hier eine Klärung herbeizuführen.


link >> randowkurier

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