Fortsetzung aus dem Buch:

Bernhard Nürnberger, die konspiration der dinge , 2013, Verlag der Universität der Künste Berlin ISBN....................

Seite 205

ser findet. Ich hoffe jetzt nur, dass mein Laptop nicht voellig hinueber ist. Es ist frustrierend, wenn so ein banales Problem wie ein kaputter Computer der Arbeit im Wege steht. Ich bin noch bis Ende Juni hier. Da die Geschichte aber eh schon so weit fortgeschritten ist, wuerde ich mich ueber das Buch ebenso freuen, wenn ich wieder in Berlin bin.
Der Schnee haelt sich hier in Akademgorodok noch hartnaeckig. Im Zentrum ist er aber schon so gut wie weg. Der Fruehling hier ist nicht unbedingt schoen und verdient diese Bezeichnung eigentlich garnicht. Die Wege sind ueberschwemmt und verschlammt und es regnet viel. Ab und zu faellt auch noch etwas Schnee. Ich freue mich heute ueber unglaubliche plus 8 Grad, die mir nach dem harten Winter mindestens wie plus 18 vorkommen.


Von: Simon Pietsch
Betreff: story
Datum: 18. Juni 2011 14:15:58 MESZ
An: bernue bernue@galerie-imaginaire.de

Hallo Bernhard,
die Geschichte habe ich nicht fertig geschrieben. Nachdem ich damals nichts mehr von dir gehört habe, habe ich die Grundidee genommen und sie in eine andere Richtung weiterentwickelt. Seit meiner Rückkehr konzentriere ich mich auf die Arbeit an einem eigenen Buch. Die Idee der letzten Version für dich war, dass ein Landstreicher namens Fedja, der aus Russland stammt, auf seiner ziellosen Reise durch Wollschow kommt. Dort trifft er auf die Scheuche und auf eine Krähe, die von ihm verlangt, dass er der Scheuche hilft, die durch ihren Gebrauch als Vogelscheuche um das Wesen ihrer Existenz gebracht worden war. Oscar Wilde sagt, alle Kunst ist völlig nutzlos. Also kann etwas, das einen praktischen Nutzen hat, keine Kunst sein. Fedja soll helfen, die Scheuche von ihrem Nutzen zu befreien, um ihr den Sinn ihrer Existenz zurück zu geben. Die Krähe weiß jedoch mehr über Fedja und seinen Zustand, als er selbst. Auch Fedja hat eine Vergangenheit, die in der Kunst verwurzelt, ihm aber verschlossen ist. Die Krähe bringt Fedja, der innerlich zerrissen ist und spürt, wie er allmählich dem Wahnsinn verfällt, dazu, seine Vergangenheit zurückzugewinnen. Und so nicht nur die Scheuche, sondern auch sich selbst zu retten.
Soviel dazu...
Du kannst mir vielleicht noch einmal mehr über dein Konzept erzählen und ob meine Geschichte oder unsere E-Mail-Korrespondenz Teil davon sein sollen.
LG
Simon